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75

Jahre Schützenverein Brokeloh

Ein Rückblick auf unsere Vereinsgeschichte

1949

Die Anfänge

Heinrich Zweibrück, Wirt des 1949 eröffneten Heidekrugs, erkannte seine Chance und bot an, in der neuen Gaststätte ein regelmäßiges Übungsschießen durchzuführen und einen Schützenverein zu gründen. Geschossen wurde von der Futterküche aus durch die Küche und das damalige Clubzimmer. Seine Frau Else konnte während des Schießens keine Bratwürste zubereiten – gerade einmal sechs Würste passten auf den Grill, damals der große Renner.

1950

Erstes Schützenfest

Das erste Schützenfest fand im Gasthaus Rössig statt – heute das Wohnhaus von Gerd und Sigrid Badtke, der Tochter des ehemaligen Wirts. König wurde Friedel Volkewien. Zu seinem Ärger durfte er allerdings nicht seine Freundin Karla Engelbart zur Königin nehmen, sondern es wurde ihm Hildegart Krüger zugelost. Karla hat er aber trotzdem geheiratet.

1951
Gründungsjahr

Erstes offizielles Schützenfest

Mit dem ersten offiziellen Schützenfest wurde der Grundstein für den Verein gelegt. König wurde Hans Gallas – und der durfte, anders als sein Vorgänger, bereits mit einer Dame seiner Wahl tanzen.

1962

Erster Kinderkönig

Erstmals wurde ein Kinderkönig gekürt: Wilmut Eisbrenner durfte sich über die Ehre freuen. Die Schützenkönigswürde sicherte sich im selben Jahr Rudi Beranek.

1964

Neuer KK-Schießstand

Der Bau eines eigenen KK-Schießstandes begann 1964 und wurde 1970 feierlich eingeweiht. Die selbstständige Gemeinde Brokeloh stellte das Grundstück zur Verfügung. Die entsprechende Urkunde unterzeichneten der damalige Bürgermeister Ernst Oelschläger sowie der erste Vorsitzende Heinrich Schomburg und der zukünftige Bauleiter Rudi Beranek. Nur ein Datum einzutragen – das wurde leider vergessen.

1966

Modernisierung

Mit dem Anbau eines neuen Saals mit Parkettboden verbesserten sich die Bedingungen für die Schützen deutlich – fortan konnte auf vier Bahnen geschossen werden. Ganz ohne Reibung ging es allerdings nicht ab: Juniorchefin Gerda Meinzen vom Heidekrug – dem späteren Dreschhof – wollte keine Löcher im neuen Parkettfußboden. Doch Zweibrücks Opa setzte sich durch und beauftragte den Tischler Erich Gerberding mit den Worten: „Erich, bohr!“

~1970

Die Baubude

Zunächst sollte eine Baubude vom damaligen Preag-Gelände aufgestellt werden. In dieser Bude fand sich ein Kühlschrank voller Parfüm und Haarwasser für Männer – Utensilien, die jahrelang als Preise beim Preisschießen dienten. Horst Keuwel hat dank des Haarwassers übrigens heute noch volles Haar.

Die Idee mit der Baubude wurde schließlich verworfen und stattdessen ein massiver Bau mit KK-Stand errichtet. Mit dem Luftgewehr wurde weiterhin im Heidekrug geschossen. Beim Schützenfest ging man zum Schießen in den damaligen Dreschschuppen – an dessen Stelle bauten Iris und Hartmut Meinzen nach dem Abriss später ihr Wohnhaus.

1972

Erste Frau im Verein

Nach harten Diskussionen wurde Vereinswirtin Gerda Meinzen als erste Frau in den Schützenverein aufgenommen. Bereits 1985 zählte der Verein 16 weibliche Mitglieder – maßgeblich dazu beigetragen hat das vom damaligen Schießwart Friedel Henking, genannt Bobby, eingeführte „Er-und-Sie-Schießen“.

1973

Frauen am Königsfrühstück

Erstmals war auch das traditionelle Königsfrühstück für Frauen geöffnet – ein weiterer Schritt hin zu mehr Gleichberechtigung im Vereinsleben.

1974

Luftgewehrstand & Toiletten

Zahlreiche freiwillige Helfer bauten den Luftgewehrstand mitsamt Sanitäranlagen an. An tatkräftiger Unterstützung mangelte es nicht – damals gab es noch viele Handwerker im Ort.

1984

Frauen im Vorstand

Mit der Wahl von Elvi Gerberding zur Schriftführerin zog erstmals eine Frau in den Vorstand ein. Zwei Jahre später übernahm Sigrid Suer das Amt der Kassenwartin und sicherte so den Frauenanteil in der Vereinsführung.

1986

Erste Schützenkönigin

Helga Herse schrieb Vereinsgeschichte: Als erste Frau überhaupt errang sie die Königswürde – und wiederholte diesen Erfolg 1997, 2007 und 2012 gleich dreimal. In den vergangenen 20 Jahren gab es jeweils zehn Königinnen und zehn Könige. Gleichberechtigung wird im Schützenverein Brokeloh gelebt.

1993

Prinz und Prinzessin

Eine neue Tradition wurde ins Leben gerufen: Fortan wurde auch ein Prinz oder eine Prinzessin ausgeschossen. Den Titel sicherte sich als Erster Torsten Borcherding. König wurde Frank Gehrke, die Kinderkönigswürde ging an Frank Kahle.

2004

Laseranlage für die Jüngsten

Dank einer großzügigen Stiftung der Familie Herse erhielt der Verein eine Laseranlage für die jüngsten Schützinnen und Schützen. Erste Laserkönigin wurde Saskia Prinzhorn, Kinderkönigin Laura Klein, Prinzessin Svenja Keuwel und Königin Sylke Herse.

Die Würde des Königs oder der Königin ist in Brokeloh noch immer hart umkämpft – und endet regelmäßig erst nach mehrmaligem Stechen.

2012

Neubau KK-Stand

Neue gesetzliche Vorschriften machten einen kompletten Neubau des KK-Standes samt Raumerweiterung erforderlich. Dank des unermüdlichen Einsatzes ehrenamtlicher Helfer und eines großzügigen Zuschusses der Gemeinde konnte das Projekt 2012/13 erfolgreich umgesetzt werden.

2015

Moderne Heizung

Ein spürbarer Fortschritt für alle: Der alte Ölofen wich einer modernen, programmierbaren Heizung.

2020

Renovierung in der Coronazeit

Als das Vereinsleben während der Coronazeit 2020/21 pausierte, nutzte der Verein die Gelegenheit: Toiletten und Flur wurden neu gestaltet, eine kleine Küche angebaut und der Fußboden mit Laminat ausgelegt – damit es endlich nicht mehr so fußkalt war.

2026
75 Jahre

Der aktuelle Vorstand

Im Jubiläumsjahr führen fünf Frauen – Lotte Niemeyer, Johanna Oelgeschläger, Thea Kaletta, Franzi Brey sowie Königin Sofia Hartje – und fünf Männer – Henrik Busse, Daniel Meinzen, Torsten Borcherding, Martin Bartling und Dieter Meinzen – den Verein vorbildlich paritätisch.

Der Schützenverein Brokeloh zählt mittlerweile 175 Mitglieder. Über ein Drittel davon sind Frauen, bei den jüngeren Mitgliedern liegt der Frauenanteil sogar bei fast 45 %.

Auf die nächsten 75 Jahre! Der Verein bedankt sich herzlich für die Unterstützung aus dem gesamten Dorf und die gute Zusammenarbeit mit den örtlichen Vereinen und dem Dachverband.